Rosenmontagsdemo
Von Stef | Samstag, 13.Oktober 2007, 17:00
Wenigstens zwei von uns haben heute die politische Fahne der WG hochgehalten und unsere morschen Knochen durch die Demo geschleppt. Zu Beginn waren wir ob der vorhandenen Anzahl der Demonstranten doch ziemlich enttäuscht - später beim Zug merkte man aber, dass doch deutlich mehr Menschen dabei waren. Wir schätzen mit unserem ungeübten Auge die Zahl auf fünf- bis achttausend. Der Grundtenor der Demo war “Gegen Hartz IV”, allerdings lautete - wie hier schon abgelästert - das Motto “gegen die Regierung”. Wie praktisch, so
konnte jeder dran teilnehmen, noch nicht mal die Transparente mussten angepasst werden. Okay, zugegeben, die meisten demonstrierten wirklich gegen Armut und Gängelei durch Hartz IV. Allerdings war auch genau das das Problem: Dagegen! Es gab nur wenige, die Alternativen anboten - wie zum Beispiel das bedingungslose Grundeinkommen. Leider wurden auch diesmal bis auf wenige Ausnahmen politische Schubladen geöffnet - alte Kampfeslieder inklusive. Auch die Reden, vor allem bei der Auftaktkundgebung, bestachen mitunter eher durch unfreiwillige Komik. Und geredet wurde viel. Einige Schwaben brachten ihre politischen Forderungen sogar gereimt dar.
Wer schon mal Schwaben hat reimen hören weiß, wie wir dort litten. Reim dich, oder ich fress dich. Mitunter hatte das ganze eher etwas von einem Rosenmontagszug. RosenMontagsDemo eben…
Angenehm: Die heutige Demo war deutlich entspannter als die Kundgebung gegen die Schnüffelpolitik der Regierung! Entspannte grüne Funken Polizisten, keine randalierenden Autonomen… und wahrscheinlich auch keine Beachtung in den Medien Wirkung.
Bunt gemischt war das Volk, und mitunter konnte man sich des Gefühls nicht erwehren, dass auch hier typische teutsche Tugenden gefragt waren: In einer Reihe aufstellen, nur 100 Leute und dann der MottoLautsprecherwagen, bitte in Sechserreihen und jeder nur ein Kreuz. Auch das Thema “Kindesmissbrauch” könnte man anbringen: Ob die Kurzen wirklich wissen, weswegen sie hier die Plakate schleppen müssen?
Noch sind es zu wenig Leute, um ernsthaft eine Änderung zu bewirken. Aber die Demo könnte Mut machen, dass sich wieder mehr Menschen politisch engagieren. Dann müssen aber auch sinnvolle Alternativen erarbeitet werden - nur “Dagegen” und “Wir sind das Volk” zu rufen genügt nicht.
So weit mein Wort zum Sonntag Samstag.
Ansonsten widmen wir uns jetzt nach den Strapazen der Erholung - Andreas dem Besuch, Mike der Nachbarskatze, und Stef dem Weblog…
Topics: Politik | 0 Kommentare